Hallo ihr Lieben ❤
Ein weiterer Monat liegt hinter uns und ich durfte diesen literarisch in Bosnien & Herzigowina verbringen. Dieses Land, welches im Balkan gelegen ist, hat eine interessante Historie und keine leichte Geschichte. Das merkt man tatsächlich in den einzelnen Geschichten auf unterschiedliche Weise.
Während meiner Buchrecherche habe ich aber auch versucht verschiedene Bücher zu finden, die vielleicht auch ein wenig die Landschaft beschreiben, was gar nicht so einfach gewesen ist. Also habe ich mir zusätzlich auch Dokus zu diesem Land angeschaut und ich muss sagen, dass es genauso wunderschön ist wie Kroatien oder Slowenien. Ich möchte definitiv noch einmal dahin reisen, also so ganz in echt.
Das erste Buch, das mich im Februar auf den Spuren des Landes begleitet hat, spielt jedoch größtenteils in Deutschland. Jahre mit Martha handelt von einem Jungen, der als Kind nach Deutschland gekommen ist und mit migrantischen Eltern ein schweres Los gezogen hat, sich jedoch durchboxt und sogar eine akademische Laufbahn einschlagen möchte. Dabei verliebt er sich in eine deutlich ältere Frau, die ihn lange Zeit begleiten wird.
Auch wenn das Buch in Deutschland spielt, wird die Gefühlswelt Bosniens gut widergespiegelt. Es ist ein melancholisches Land, dessen Bevölkerung eine gewisse Trauer aber auch einen tiefen Schmerz in sich trägt. Außerdem wird thematisiert, wie hoch die Gewaltbereitschaft innerhalb der Familien ist. Jedoch muss ich hierbei sagen, dass dieses Buch noch harmlos ist, im Gegensatz zu dem, was noch kam.
„Jahre mit Martha“ – Martin Kordić

Željko, der von allen »Jimmy« genannt wird, ist fünfzehn, als er Martha begegnet. Sie ist Professorin in Heidelberg, er lebt mit seinen Eltern und Geschwistern zu fünft in einer Zweizimmerwohnung in Ludwigshafen. Martha hat, was Željko sich sehnlichst wünscht: Bücher, Bildung und Souveränität. Mit Martha besucht er zum ersten Mal ein Theater, sie spricht mit ihm, wie sonst niemand mit ihm spricht. Mit Marthas Zuwendung wächst Željkos Welt. Doch welche Welt ist es, die er da betritt und wen lässt er dafür zurück? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Begehren und Ausbeutung?
Autor*innen: Martin Kordić
Titel: Jahre mit Martha
Preis: 14,00€
Übersetzung: –
Erscheinungsdatum: 27.09.2023
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 288
ISBN: 978-3-596-70936-6
Das nächste Buch, das mich durch den Balkan begleitet hat war Balkan Blues. Dieses Buch wurde aus dem Italienischen übersetzt und bildete für mich den perfekten Übergang aus dem Januar in den Februar. Es ging nämlich von Italien nach Bosnien & Herzigowina. Die Protagonistin muss sich auf den Weg in ihre Heimat machen, da ihre Oma verstorben ist und jetzt in Bosnien & Herzigowina beigesetzt werden möchte. Es folgt ein Roadtrip von Italien über Slowenien und Kroatien bishin zum eigentlichen Ziel quer durch Bosnien. Es war unterhaltsam und ernst in einem, aber hat sich wirklich gut lesen lassen. Vermutlich ist dieses Buch sogar mein Highlight der diesmonatigen Reise.
„Balkan Blues“ – Elvira Mujcić

Oma ist tot – keiner hätte gedacht, dass sie tatsächlich noch mal stirbt –, und sie wünscht sich in der Heimat, in Bosnien, nach muslimischem Brauch begraben zu werden. So macht sich die 32-jährige Enkelin Lania zusammen mit ihren beiden Brüdern, die wie sie in Italien aufgewachsen sind, auf den Weg, der Großmutter den letzten Wunsch zu erfüllen. Ein melancholischer Roadtrip voller grotesker Hindernisse beginnt: mit dem Zug, Bus, per Anhalter und zu Fuß gelangen sie schließlich nach Srebrenica. Es ist eine Reise ins verwundete Herz Europas, auf der Suche nach der eigenen Identität, voll von schwarzem Humor und starken Gefühlen.
Autor*innen: Elvira Mujcić
Titel: Balkan Blues
Preis: 10,00€
Übersetzung: Barbara Schaden
Erscheinungsdatum: 12.08.2019
Verlag: btb
Seitenzahl: 224
ISBN: 978-3-442-71664-7
Als drittes Buch auf meiner Reise hat mich Radio Sarajevo begleitet. Ein autobiografischer Roman, der den Jugoslawienkrieg aus den Augen eines Kindes widerspiegelt und dabei jegliche Missstände aufdeckt, die man sich als mitteleuropäischer Mensch gar nicht vorstellen kann. Immerhin ist dieser Krieg noch gar nicht so lange her. Auch hier wird die Gewalt gegenüber Kindern thematisiert und es ist definitiv kein leichter Roman, da auch der Krieg und alles was damit einher geht, detailliert immer wieder besprochen wird. Nichtsdestotrotz bin ich froh, es im Februar auf meiner Reise gefunden zu haben.
„Radio Sarajevo“ – Tijan Sila

„Dies ist die Geschichte meiner Kindheit und meines Kriegs.“ Als im April 1992 der Krieg beginnt, ist Tijan Sila nur zehn Jahre alt, doch bis heute kann er sich an den Geruch von gezündetem Sprengstoff erinnern. Während Sarajevo in Flammen steht, wird aus dem Jungen, der er damals war, ein junger Mann. Er streift durch die Ruinen der ausgebombten Stadt und sammelt Dinge, die von den Geflohenen und Gestorbenen zurückgeblieben sind, um sie auf dem Schwarzmarkt gegen Essen zu tauschen. Er lernt zu überleben, und er akzeptiert die grausame neue Normalität, doch zu welchem Preis?
Seine Geschichte ist eine Geschichte des Unerwarteten. Sie erzählt davon, wie Dichter zu Mördern werden und Mörder zu Helden. Sie erzählt von Menschen, denen jede Menschlichkeit jäh genommen wurde, und von den Spreißeln, die der Krieg im Hirn jedes Überlebenden hinterlässt.
Autor*innen: Tijan Sila
Titel: Radio Sarajevo
Preis: 22,00€
Übersetzung: –
Erscheinungsdatum: 21.08.2023
Verlag: Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbG & Co.KG
Seitenzahl: 176
ISBN: 978-3-446-27726-7
Zuletzt hat mich durch den ganzen Monat ein Prosaband begleitet, bei dem ich dachte, ich würde nicht so viel Zeit damit verbringen. Aber ich muss ganz ehrlich eingestehen, dass ich meine Probleme mit dem Buch hatte. Es ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die düster sind und dieses Gefühl und Wesen widerspiegeln, das ist bereits oben erwähnt habe. Viel Gewalt, Vergewaltungen und Misshandlungen, (Kindes)Mord, Suizid, Brutalität und eine Lebensweise, die so fremd und unwirklich erscheint, dass man sich nicht vorstellen kann, wie Menschen heute noch so leben. Diese Kurzgeschichten waren rau und ich hab es mental in diesem Monat nicht geschafft noch mehr Bücher aus dieser Region zu lesen, da mich den ganzen Februar dieses kleine dünne Prosabuch begleitet hat.
„Schlaf, mein Sohn“ – Magdalena Blažević

Magdalena Blaževićs erstes Prosabuch besteht aus 25 Geschichten, die in Bosnien und Herzegowina spielen. Sie erzählen von Familiengeheimnissen, Wahnsinn, der starken Verbindung zwischen Liebe und Tod, und dem Fluss, der vor, während und nach dem Krieg das Leben der Menschen beeinflusst. Die Geschichten bieten einen realistischen Blick auf das Leben von Mädchen und Frauen in Städten und Dörfern, die ohne Namen bleiben. Von den strengen Regeln der patriarchalischen Gesellschaft eingeengt, befinden sich die Protagonistinnen häufig in ausweglosen Situationen. Dabei werden Risse sichtbar, die oft übersehen werden, wenn wir uns eine romantisierte Vorstellung von vergangenen Zeiten machen.
Autor*innen: Magdalena Blažević
Titel: Schlaf, mein Sohn
Preis: 19,90€
Übersetzung: Marijana Witmann & Klaus Witmann
Erscheinungsdatum: 26.02.2024
Verlag: Eta Verlag
Seitenzahl: 160
ISBN: 978-3-949249-83-9
Da mein Februar selbst voller Krankheit und Trauer war, habe ich mich dazu entschieden noch andere Bücher zu lesen und zu hören. In Summe waren es also nur wenige Bücher zu meiner Weltreise und dem Land im Februar. Aber man macht es ja auch um die Seele der Länder kennenzulernen und dabei dennoch auf sich zu achten. Vier Bücher sind eine gute Quote in meinen Augen und ich bin tatsächlich ziemlich zufrieden. Generell war der Februar ein sehr erfolgreicher Lesemonat, was aber auch dem geschuldet ist, dass ich zwei Wochen Bettruhe verordnet bekommen habe und außer Stricken & Lesen wirklich nichts machen konnte.
Ich bin gespannt, was der März so für mich bereithalten wird und welche Bücher mich in Ägypten begleiten werden. Bis dahin wünsche ich euch einen schönen Frühlingsanfang und genießt, die Sonne, die langsam hervorkriecht.
Bis bald, eure Franzi ❤
PS: Ich war in den letzten Tagen selbst im „Urlaub“ bei meiner Familie und Mr. Deviser und ich waren sogar einen Tag wandern, um meine Grenzen auszutesten und mich auf den Urlaub im Juni vorzubereiten.
